1.Bürgermeister

1.Bürgermeister

Politiker wollte ich nie werden. Dass ich nun 1. Bürgermeister bin und bis 2026 bleiben möchte, war nie geplant, hat sich aber durchaus konsequent entwickelt. Engagiert habe ich mich nämlich schon immer, für eine bessere Umwelt, für mehr Gerechtigkeit, für sozialen Ausgleich, für mehr Toleranz und Bürgerrechte, mehr bürgerliche Freiheit.

Als promovierter und habilitierter Biologe mit Schwerpunkt Neurobiologie bin ich 1994 nach Regensburg gezogen, um selbst entwickelte Technologien an der Universität weiterzugeben. Hagelstadt hat uns dann tatsächlich zufällig ausgesucht. Seit 25 Jahren leben meine Frau Silke und meine zwei Töchter mit mir in Hagelstadt. 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle, hat sich meine Familie um eine damals 15-jährige Pflegetochter noch einmal vergrößert. Mittlerweile sind alle Kinder dem Haushalt entwachsen. Bereits seit etwa 2000 habe ich mich in Hagelstadt kommunalpolitisch eingebracht, wurde Mitglied bei der Freien Wählergruppe Hagelstadt. 2008 wurde ich dann in den Gemeinderat, 2014 als 1. Bürgermeister gewählt.

In den ersten 6 Jahren als Bürgermeister konnte ich vieles umsetzen, darunter alles, was ich im Wahlkampf 2014 angesprochen hatte, und einiges darüber hinaus. Einiges davon können Sie sehen, wenn Sie wollen. Anderes, wie die Umstellung der Verwaltung auf digitale Prozesse, sehen Sie nicht. Die meisten Maßnahmen waren dringend nötig, da in Hagelstadt großer Investitionsstau herrschte. Das oberste Gebot war immer: Gut machen, statt schlecht reden. So gut wie möglich, so sinnvoll wie möglich, so gerecht wie möglich.

Aufgrund der extremen Rückwärtsorientierung einiger Alt-Räte in der Freie Wählergruppe haben Gleichgesinnte mit mir einen Ortsverein FREIE WÄHLER gegründet, der viel besser mit den Strukturen im Kreis und Land vernetzt ist, und der personell und inhaltlich auf die Gestaltung der Zukunft der Gemeinde fokussiert. 

Hagelstadt hat weiteren Nachholbedarf, der bislang noch nicht öffentlich diskutiert wird. Aber unsere Gemeinde hat spürbar aufgeholt, den dringendsten Bedarf gedeckt.

Unsere mustergültige Schule wird ein Vorzeigeobjekt im Landkreis werden, nicht anders als das Rathaus im historischen Bahnhofsgebäude. Bei der Dorferneuerung Gailsbach sind wir bereits landesweit (!) ein Vorzeigeprojekt. Ähnliches gilt auch für das umgesetzte Hochwasserkonzept, und die ökologischen Verbesserungen an unseren Gewässern dritter Ordnung. Nicht umsonst hat das Fernsehen in "quer“ im BR über Hagelstadt positiv berichtet.

Viele Bürger spüren die Verbesserungen, nicht nur des Dorfbilds. Das schnelle Internet (FTTC) hatten wir als eine der ersten Gemeinden im Landkreis 2016 umgesetzt, und bereiten auch den FTTB Ausbau konsequent voran.

Leider bringt die Kommunalwahl wieder vieles zum Vorschein, was die Hagelstädter Bürger so nicht verdient hätten: Halbwahrheiten, Verunsicherung, Neid, ja teilweise sogar Hass schlägt einem bisweilen entgegen. Und überall Angst, sich zu engagieren. Warum ist das so:

Um dies zu verstehen, benötigt man nur wenige Informationen:

1. Die Grundbesitzsituation.

Wenige große Landwirte besitzen in Hagelstadt einen Großteil der Fläche. Sie bestimmen die Voraussetzungen für die Expansion Hagelstadts, und haben so faktisch größten Einfluss auf die Verfügbarkeit von Bauland und damit auf die Bevölkerungsentwicklung.

2. Zusammensetzung der Sozialstruktur

Das Wachstum der Hagelstädter Bevölkerung geht auf bürgerliche dörfliche Strukturen zurück. Während die Anzahl der Landwirte schrumpft, wächst der Anteil der Bevölkerung aus Arbeitern, Angestellten sowie Selbstständigen.

3. Kommunalpolitik als Schau- und Scheinkampf nach vorbesprochenen Abmachungen und die Vertretung von Einzel-Interessen

Vor meiner Amtszeit gab es (anscheinend seit Jahrzehnten) erbitterte parteiliche Auseinandersetzungen im Hagelstädter Gemeinderat. Anstatt die sachlichen Probleme zu lösen, gab es eine Zweiteilung nach Gruppierungen. Wenige Strippenzieher kontrollierten die Vorgänge. Das Wesentliche wurde außerhalb des Gemeinderats abgesprochen. 

4. Verteilung von Rechten und Pflichten.

Nun, ich habe versucht, Rechte und Pflichten gleichermaßen, also gerecht zu verteilen. Das hat nicht jeden erfreut, Pfründe, auch kleinste, werden erbittert verteidigt. Die, die bislang stolz auf ihre kleinen Vorteile waren, hatten plötzlich keine Privatvorteile mehr. Manche, die seit Jahrzehnten bevorzugt wurden, sind nun die lautesten Nörgler und verbittersten Schimpfer. Wie sagte mir ein bekannter Langenerlinger Mitbürger: „Eher wird auf den eigenen Vorteil verzichtet, als dem Nachbarn ein Vorteil vergönnt.“ Solidarität ist oft Fremdwort. Dabei wäre doch z.B. die Dorferneuerung Gailsbachs ohne die Unterstützung aller Hagelstädter Gemeindebürger gar nicht möglich. 

5. Politischer Diskurs

In Hagelstadt hat es Tradition, dass der politisch Engagierte, der zu einer anderen Gruppierung gehört, der „Feind“ ist. Er wird bekämpft und verachtet. Das ist unglaublich dumm und unanständig. Jedes Engagement für die Allgemeinheit, das nicht vor allem Eigeninteressen verfolgt, ist zu begrüßen, ganz unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit.

Ich hoffe sehr, dass eine neue Generation politisch Engagierter - egal welchen Alters - normale bürgerlich demokratische Verhältnisse auch in Hagelstadt einrichten wird, und die vielen Frustrationen, Benachteiligungen verschwinden und auch akzeptiert wird, dass in Hagelstadt jeder gleiche Rechte und gleiche Pflichten hat.

Darum meine große Bitte:

Wählen Sie nicht nur den Bürgermeister, wählen Sie auch den Gemeinderat mit Verstand. Nicht immer sind die bekanntesten Gesichter auch die geeignetsten Gemeinderäte. Wählen Sie diejenigen, die sich kreativ konstruktiv für die Allgemeinheit einsetzen, dann ist uns allen langfristig am besten geholfen.

Schenken Sie mir erneut Ihr Vertrauen, und unterstützen Sie die Liste der FREIEN WÄHLER!

 


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Eichenstr. 32
93095 Hagelstadt

Telefon: 09453 996616
E-Mail: bb@freie-waehler-hagelstadt.de